31. Juli 2013

Cohen sehen und sterben
— Nachlese zum Berlin-Konzert vom 17. Juli 2013 —

Filed under: Klangblog — Schlagwörter: — VSz | Klangverführer @ 07:24

Unter selber Überschrift stand schon meine Konzertkritk von Cohens Unified Hearts Touring Company 2010, denn eigentlich ist diesem Stoßseufzer nichts hinzuzufügen. Kritisches schon mal gar nicht, denn Cohen ist heilig und vor Heiligen hat das gemeine Fußvolk in Ehrfurcht zu erstarren, nicht aber an ihnen herumzukritteln. Und eine weitere Lobpreisung hat der „Godfather of great singers who can’t sing“ vermutlich so nötig wie ich das allsamstagmorgendliche Aus-dem-Schlaf-Gerissenwerden via Presslufthammer vor meinem Schlafzimmerfenster. Nämlich gar nicht. Und so hat es auch exakt vierzehn Tage gedauert, bis ich mich entschlossen habe, doch noch etwas über Leonard Cohen zu schreiben. Es ist auch gar nicht als Konzertkritik im üblichen Sinne zu betrachten, eher als themenbezogene Meinungsäußerung.

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Nachdem das nun einmal klar gestellt ist, kann es auch schon losgehen mit dem Gemecker. Punkt eins: Die o2-Arena! Ein schrecklicher Ort! Schon Barbra Streisand haben wir hier erduldet, und nun also Leonard Cohen. Die Akustik ist zwar nicht so schlimm, wie man meinen könnte. Den Zauber einer Waldbühne wird diese Mehrzweckhalle allerdings nie auch nur in Ansätzen entfalten. Wer irgend kann, besorge sich Premium-Tickets, sonst schafft man es in einer fünfundvierzigminütigen Pause nicht einmal aufs Klo. Es gibt – für Frauen – zu wenig sanitäre Anlagen, obwohl man hätte meinen können, dass den Architekten bewusst sein müsste, etwa dreimal so viele Frauen- wie Männerklos zu planen. Chance vertan. Über die überteuerte Getränke- und rein-nur-mit-Plastikbechern-Politik der o2-World wollen wir hier mal dezent schweigen. Ist schon klar, dass man hier kein Picknick machen kann wie in der Waldbühne – schön ist trotzdem anders.

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Punkt zwei: Cohen bringt im Grunde genommen – nicht nur was die Setlist, sondern auch, was die Besetzung angeht – seine 2008-2010er Tour noch einmal auf die Bühne. Okay, das ist jetzt Jammern auf ganz ganz hohem Niveau. Cohens letzte Tour kann eigentlich gar nicht oft genug wiederholt werden. Und so eröffnet er das erste Set des Abends gewohnt routiniert mit Dance Me to the End of Love, gefolgt von The Future. Das vor drei Jahren an dieser Stelle gespielte Ain’t No Cure for Love fällt weg, dafür folgen wieder Bird on the Wire und Everybody Knows. Auch das damals gespielte In my secret Life musste weichen, Who by Fire wird vorgezogen. Doch dann zeigt Cohen, dass er es nicht auf eine bloße Wiederholung seiner wahnsinnig erfolgreichen letzten Tour abgesehen hat und die 2013er Old Ideas-Tour ihren Namen zu Recht trägt. Schließlich ist in der Zwischenzeit sein lange gereiftes Album Old Ideas erschienen – und tatsächlich reichert er sein Programm auch mit Stücken daraus an.

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I’ve got no future/I know my days are few, röhrt Cohens Gänsehautbass bei The Darkness, und die Hammond orgelt dazu. Es sind die neuen Stücke, die das Publikum in Cohen-Fans der alten Schule (die das Album nicht kennen, sich gar weigern, es zur Kenntnis zu nehmen, denn es kann ja nicht so gut sein, wie seine alten Sachen, die sie für die einzig wahren halten) und erst kürzlich in sein Werk Eingestiegene teilt. Ich selbst bin erst seit Live in London vom August 2010 dabei, brüste mich aber damit, im Zeitraffer Jahrzehnte Cohen’scher Lyrik nachgeholt zu haben. Außerdem gefällt mir Old Ideas. Gefällt mir sehr! Das wiederum machte den Devotionalienerwerb schwer, denn alles, was der Händler so hatte, musste ich mit einem müden „Hab‘ ich schon“ abtun. Nur die massiv beworbene Solo-CD Everybody Knows von Background-Sängerin Sharon Robinson hatte ich noch nicht – wollte sie aber auch nicht.

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Vermutlich war das ein Fehler, denn bei Stücken wie Amen (Tell me again) oder Come Healing (of the Spirit) fällt einmal mehr auf, dass man sich die Arrangements ohne den Engelssatzgesang Robinsons und der göttlichen Webb-Sisters gar nicht mehr vorstellen kann. Was für die 2010er-Tour galt, gilt auch hier: Endlich, endlich haben die Stücke Leonard Cohens die Arrangements bekommen, die sie schon immer verdient hatten. Cohen hat mit seinen Musikern gewissermaßen nichts Geringeres als den finalen Aufbau, die definitive Ordnung seines Werkes gefunden. Wie bin ich froh, den Stücken in dieser Phase begegnet zu sein – andernfalls wäre ich vielleicht nie solch ein glühender Cohen-Fan geworden!

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Lover Lover Lover (Come back to Me) schließt das erste Set ab, und viele mittelalter Damen im Publikum fühlen sich persönlich angesprochen und kreischen inbrünstig mit. Dennoch bleibt nach diesem erste Set ein irgendwie unbefriedigtes Gefühl: Das soll es jetzt gewesen sein? Wo ist der Funke geblieben, der 2010 so schnell übersprang? zugegeben: Die Stücke des erstens Sets haben alle eine recht ähnliche musikalische Diktion; und auch die ersten Songs von Set zwei – Tower of Song, Suzanne, Chelsea Hotel #2, Sisters of Mercy – klingen alle so, als hätte man ihnen einen eher rockigen, vor allem aber sehr gleichförmigen Anstrich verpasst.

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Bei The Partisan rasten die Leute regelmäßig aus – so auch hier. Selbst, wenn ich die Geschichte des Songs kenne und schätze – ich weiß nicht, für mich ist die Begeisterung über ihn zum Gutmenschenlippenbekenntnis bekommen und ich fange an, mich über einige Altachtundsechziger im Publikum freumdzuschämen. Was nicht an Cohen liegt. Der imponiert mir. Und das umso mehr, wo er während Sharon Robinsons Solo-Ballade Alexandra Leaving andächtig lauschend neben ihr stehen bleibt. Wo die Streisand die Nummern ihrer Mitmusiker nutzte, um hinter der Bühne zu verschwinden, zeigt der 79-jährige – der übrigens immer noch sexy wie die Hölle ist – respektvolle Präsenz. Und Präsenz hat auch die Grabesstimme des Dichtersängers, die mit voranschreitender Zeit immer besser zu werden scheint – nicht nur mit den Jahren, wie ein guter Wein, sondern auch im Verlauf des Konzerts selbst. I’m your Man konstatiert er – und vermutlich gibt es mittlerweile kaum noch jemanden im Saal, der das nicht glaubt.

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Und dann singt, nein: predigt Cohen sein Hallelujah, und auch ich bin erstmals an diesem Abend erfüllt von stillem Glück. Wenn nur wegen dieses Liedes – der Abend hätte sich gelohnt. Er muss ihn schon tausende Male gesungen haben, seinen Signature-Song, und immer noch gelingt es ihm, Ergriffenheit hervorzurufen – nicht zuletzt bei sich selbst. Da ist im Publikum kein Halten mehr, und zu den Klängen von Take this Waltz pilgern die Glücklichen, die ihren Platz nicht auf den Rängen, sondern im Innenraum haben, in Scharen zur Bühne, laufen ihrem Priester zu wie einst die ersten Jünger bei der Bergpredigt.

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Dass das zweite Set und damit das Konzert offiziell eigentlich beendet ist, will weder das Publikum noch Cohen selbst einsehen. Es folgt Zugabe Nummer eins. Wer über ein fast fünf Jahrzehnte umfassendes Hitrepertoire wie Leonard Cohen verfügt, kann es sich leisten, Publikumslieblinge wie So long, Mariann erst jetzt zu bringen. Unter uns: Ich hätte lieber noch etwas aus Old Ideas gehört, und auch die Solo-Nummer der Webb-Sisters If It Be Your Will vermisse ich schmerzlich. Ganz unter uns: Bis jetzt hat mir das 2010er-Konzert besser gefallen. Dann aber spielt er als zweite Zugabe zu meiner grenzenlosen Freude mit Going Home aus Old Ideas meinen aktuellen Cohen-Favoriten. Und wie er den spielt! Going home without my sorrow/Going home sometime tomorrow/Going home to where it’s better than before//Going home without my burden/Going home behind the curtain/Going home without the costume that I wore symbolikt er und erschafft damit einen wunderschönen Abschluss dieses Abends.

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Doch was heißt hier Abschluss? Für mich in meiner Going Home-Seligkeit wäre der Uptempo-Rausschmeißer First We Take Manhattan nicht nötig gewesen, aber in der deutschen Hauptstadt fährt man auf den Song ob seiner Zeile Then We Take Berlin total ab. Klar, dass er den hier spielen muss, angestachelt von einem Publikum, das ich im Grunde für recht empfindsam halte, unter dem sich aber auch ein überraschend hoher Anteil von Kirmestechnodeppen zu verbergen scheint, für die es ordentlich rumsen muss. Alles rast. Mir selbst ist die spirituelle Stimmung, die Going Home – ebenso wie Hallelujah – heraufbeschworen hatte, gründlich kaputtgemacht worden und ich komme mir vor wie am Ballermann.

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Glücklicherweise hat Cohen mit den sensibleren unter seinen Anhängern ein Einsehen und spielt noch eine vierte Zugabe, die nichts von der Außer-Rand-und-Band-Atmosphäre ihres Vorgängers hat: Famous Blue Raincoat von Cohens 1971er Songs of Love and Hate haben wohl schon viele in ihrer Jugend gehört, die sich auch jetzt paarweise zum Tanze wiegen, und auch ich bin wieder ganz versöhnt. Umso mehr, als dass jetzt doch noch If It Be Your Will gespielt wird, das ich so sehr habe hören wollen. Wenn man sich etwas so sehr wünscht und dann passiert es – das ist zunächst ganz unwirklich. Aber schön. Und dann spielt der alte Sack, der auch ohne seine Band nur mit der Gitarre in der Hand in der Großraumarena bestehen kann, tatsächlich noch Closing Time von seinem 1992er-Studioalbum The Future, und besser könnte er den Abend nicht ausklingen lassen:

    Ah we’re drinking and we’re dancing
    and the band is really happening
    and the Johnny Walker wisdom running high
    And my very sweet companion
    she’s the Angel of Compassion
    she’s rubbing half the world against her thigh
    And every drinker every dancer
    lifts a happy face to thank her
    the fiddler fiddles something so sublime
    all the women tear their blouses off
    and the men they dance on the polka-dots
    and it’s partner found, it’s partner lost
    and it’s hell to pay when the fiddler stops
    it’s closing time!

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Aber von wegen Sperrstunde, denn Cohen scheint nicht nur über schier unerschöpfliche Energievorräte zu verfügen – er wird mit jeder Zugabe munterer und präsenter, als hätte er sich erst jetzt so richtig warmgesungen. Es ist so richtig Stimmung in der Bude. Heilig ist die Atmosphäre jetzt zwar nicht mehr, aber das macht überhaupt nichts, denn Cohen wird immer besser. Go, Lenny, go! Und das tut er, er springt und hüpft und singt und scherzt – gehen lassen wollen wir den nicht mehr! Passenderweise beginnt Zugabe Nummer sieben mit der Zeile I tried to leave you. Das nennt man dann wohl dramaturgischen Humor, und das Publikum liebt es, auch wenn die Gitarre hier ganz schön Gary Moore-t. Jeder soliert noch einmal, auf dass wir uns aber- (und hoffentlich nicht letzt-)malig an dem grandiosen Line-up erfreuen können. Cohen ist in Hochform, dennoch kommt man nicht umhin zu denken: Der arme Mann! Lasst ihn doch endlich nach Hause gehen! Und das tut er, nachdem er uns mit dem Drifters-Millionenseller Save the last Dance for Me aus dem Jahr 1960 bittet, den letzten Tanz den Abends für ihn zu reservieren. Keiner, der sich dem verweigert. Auf den Rängen tanzt gar ein altes Paar, das vermutlich schon vor mehr als fünfzig Jahren zu dieser Nummer in inniger Umarmung versank. Und wo andere Künstler schon längst mit Kamillentee und Halswickel im luxuriösen Hotelbett lägen, gibt Cohen noch einmal alles. Es ist unwahrscheinlich, dass er noch einmal wiederkommen wird.

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21. Juli 2013

Retrophiler Vintagepop – die Platte des Monats Juli ist da!

Filed under: Klangblog — Schlagwörter: , — VSz | Klangverführer @ 17:51

Die Sommerpause war dieses Jahr recht kurz – Urlaub geht doch immer viel zu schnell vorbei! Einzig die luftig-leichte Platte des Monats Juli vermag mir die nunmehr wieder in geschlossenen Räumlichkeiten zu verbringende warme Jahreszeit zu versüßen. Kat Emonsons Way Down Low ist ein Album für mehr als nur einen Sommer – warum, steht wie immer auf fairaudio.de, Ihrem Lieblings-Online-HiFi-Magazin. Viel Freude damit!

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9. Juli 2013

Popular music from bygone eras. Kat Edmonson im Klangverführer-Interview

Filed under: Klangblog — Schlagwörter: — VSz | Klangverführer @ 11:01

Kat Edmonson gehört einer schützenswerten Spezies an. Wo andere junge Sängerinnen dem neuesten Trend hinterherjagen, um baldmöglichst berühmt zu werden, macht sie eigentlich alles falsch, was man auf dem Weg zum schnellen Ruhm falsch machen kann. Sie schmiss ihren sicheren Platz bei American Idol – der US-Entsprechung zu Deutschlang sucht den Superstar hin, um 2009 in Eigenregie ihr Debütalbum Take To The Sky aufzunehmen – eine Sammlung ihrer Interpretation von Great American Songbook-Klassikern wie Summertime, Night and Day oder Just One Of Those Things.

Anscheinend hat Edmonson mit ihrer unpopulären Entscheidung dann aber doch alles richtig gemacht. Ihr Debüt erreichte einen Platz unter den Top 20 der Jazz-Charts in Billboard, und bald schon wurden die Country-Größen Willie Belson und Lyle Lovett auf sie aufmerksam, die gemeinsam mit ihr auftraten. Mit Lovett ging sie sogar auf Tour, wo sie das Vorprogramm des Stars bestritt – und jeden Abend vor tausenden Leuten gemeinsam mit ihm das Duett Baby It’s Cold Outside sang. Der Song schaffte es auch auf die aktuelle Platte Lovetts. Hiernach fühlte sich Kat Edmonson endlich selbstbewusst genug, ihn zu fragen, ob er nicht auf ihrer neuen Platte singen wolle. Er wollte. Das Duett Long Way Home gehört zu den Stücken ihres neuen Albums Way Down Low, auf die Kat Edmonson besonders stolz ist, denn es stammt aus ihrer eigenen Feder. Es war tatsächlich ein langer Weg nach Hause, aber, wie die sympathische Sängerin im Interview verrät, „es wird mit jedem Jahr besser“!

KLangverführer sprach mit Kat Edmonson über erste Einflüsse, die einen nie verlassen, über die Popmusik vergangener Zeiten und weshalb die auch für heute genau richtig ist, wo ein Wettbewerb allein ob des lautesten Masterings zu herrschen scheint, weshalb es nicht funktioniert, wenn man versucht, etwas anderes darzustellen, als man ist, und warum sich die Sängerin darauf freut, endlich dreißig zu werden.

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Klangverführer: One of the songs on your new album is called I Just Wasn’t Made for these Times. Listening to the music on Way Down Low and especially your vocal style, one could really start to believe that he’s listening to a record of his father’s or even grandfather’s collection … What’s the story of your fascination with these retro sounds?

Kat Edmonson: It’s the first music that I came to know. I learned music through old movies that I’ve been watching and the songs that were written for these movies that would later become the American Songbook, Harold Arlen and Cole Porter and George Gershwin and all these great writers, and of course all those artists like Fred Astaire, Gene Kelly, Bing Crosby, Frank Sinatra … And I fell in love with the songs. So that was my first influence and your first influence never leaves you. It will stay the most prominent. My mother was a single mom, working all the time; and she needed something to preoccupy me, so she would put a VHS on and I would sit and watch it. And I was enamored with them, so it worked!

There’s even not a single electronic sound on Way Down Low – and sometimes you even go without any drums, like on Lucky. Why did you decide to make a purely acoustic record and how to you try to make it accessible to the younger audience who is used to electronic dance music from the radio and the clubs?

Let me reply to the latter question first, how do I make it accessible: I believe that if you try to be something that you’re not, then people will realize it. It never worked for me. When I’m honest, I have the most access. I feel fortunate that a lot of magical things have happened, that the musicians I have met in my life, some really famous musicians that I admire, like Lyle Lovett or Willie Nelson, have shown me their support. They appreciate what I’m doing, musically, because they feel it is authentic. I made an acoustic record because it mirrored where I was at that time. My next record will have electronic instruments on it. It won’t be like Dance, Techno or anything like that, but it may sound more … modern, if you will. But I think anyone will argue that it’s going to be very retro sounding, I can’t stray from that, it’s the music that I love the most: popular music from past eras.

Is there also any contemporary music that you love?

I’m not listening too much to the mainstream radio, actually. The only thing I’m … well, not the only thing, but … I was really into the Gotye song that recently came out, a really cool song called Somebody that I need to know, and then I always love checking out whatever Radiohead is doing, whatever Björk is doing, but she’s not mainstream. And a lot of old artists came out with new albums, so I buy them: Paul Simon, Paul McCartney, Tom Waits, Bob Dylan … You know I’m a bit of an old folkie. It’s a bit embarrassing, but it is what it is.

And it’s even kind of hip, considering the folk-pop revival … it’s a giant wave! You have all these guys with their beards looking alike and stuff … But let’s keep talking about I Just Wasn’t Made for these Times that we’ve just touched on in the first question. This song is one of the few cover songs on your new album, more precisely, it was written by Brian Wilson and Tony Asher for the Beach Boys in 1966. What kind of connection do you have with the Beach Boys, musically speaking?

Well, that Beach Boys album was one of the first albums that I’ve got. In fact, I think it was the first CD I’ve ever received as a gift, when CDs came out. Until then I used to listen to tapes, and I will never forget my first CD, it was Beach Boys Greatest Hits, I think it was called Made in the USA. I listened to it constantly and then I really got into Pet Sounds

… the Beach Boys album from 1966 …

… the year when the Beatles came out with Yesterday and Today in the States, and Paul McCartney was obsessed with it! I loved the album and never really stopped listening to it. And then, one day I was sitting all by myself, listening to the album again and I heard the songs and then I … completely knew it! It was like it spoke to me. I heard it and I never felt so strongly about … covering a song. I felt I needed to express my interpretation because I felt I could have written it, I identified so much with it feeling like I’m in the wrong era.

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I believe Brian Wilson wrote it to express he felt to advanced for his times … Is that what you are trying to say, too, or do you rather feel you would have better fit in the past times?

I think I was saying that I would better fit in the past times, perhaps, but the thing is what I’ve learned through this process is that perhaps I’m perfect here in this time because I have a niche, you know, not many people are doing it. So perhaps that’s just right for me. And maybe no one would have noticed me if I were in Brian Wilson’s time or before that. That would have been a pretty tough competition. I mean, from what era would you prefer to be from? You’ve got Billie Holiday, Etta James, Frank Sinatra – all these fantastic singers, and I think I would have probably simply disappeared in the fog. So it’s probably better for me know.

You’ve just mentioned names like Billie Holiday or frank Sinatra … Do you think that these artists were better than nowadays artists?

They are definitely my preference. But indeed I tend to think that people were more musical, I tend to think that they were better on their feet … at improvising, going to play a live show. I think it took a lot more. I mean, in every era it’s just show business, people coming in and trying to do something with the trend, trying to get famous as quickly as possible – this has always been the case. Maybe the landscape is just broader now, and the speed is higher.

So it’s not something like a … let’s say: devotedness … that you miss in nowadays music?

No. Things that are popular now are super overt. It’s like … it’s loud. I mean, just on a technical side, when they master a CD these days they master it so much louder than they used to. It’s a competition of who gets the loudest track which can be heard from further away, you know? And the thing I love in the music that I make is that it’s very settled, full of nuance and I’m begging the listener to notice things. They might be hard to notice if you’re not listening, so I’m not necessarily making it easier for on self when it comes to marketingness, but what can I do? It’s like I said, trying to be anything else would make me come up like a fool.

Yeah, it’s all about authenticity … Well, apart from that Beach Boys song you recorded a version of Whispering Grass (Don’t Tell The Trees) which was written in the 1940ies and became quite popular in 1975 through the interpretation of Windsor Davis and Don Estelle – and of course through Ringo Starr who featured it on his album Sentimental Journey in 1970. What does this song mean to you?

Well, the version that I knew very well was The Ink Spots version, I think it was late-30ies. I know it became very popular as a theme song for a television show in England, but I never knew about that. I knew it as a song that The Ink Spots sang and that was very ambiguous, I really didn’t understand it. And The Ink Spots were the first band that I ever heard live. I saw these very old men play – and then, much later, I happened to run into this wonderful former head of Blue Note Records, named Bruce Lundvall, and he said you know, you should actually sing that song. And so I did. I did my own interpretation and Danton Boller, my bass player, arranged it. And he would have this (sings) bom-bom, bom-bom, which sounds very intensive, almost dark. So I totally went into that brooding, dark direction and instructed the band to play it as if it was a very cold, snowy, isolating experience. And this is what we came up with.

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Well, lastly the Gershwin classic S’Wonderful lets the album fade away with a lively, almost cheery mood which kind of counteracts with the record’s folk pop spirit and especially that of the two preceding songs … How would you yourself describe the music on Way Down Low? Is it Folk? Is it Jazz? Is it Easy Listening? Singer/Songwriter? Something in-between? Something else?

I don’t know! I don’t know what to call it. It’s folk, it’s Jazz, it’s Acoustic Rock, it’s Pop, it’s Country … It’s popular music of bygone eras! You know, when they used to turn the radio on in the Fifties, you would hear a country song and a pop song on the same station. Even the very same song would be sung by a Jazz vocalist and a Pop singer, and you would hear a Folk singer as well. And it all kind of went together. And now, things are labeled differently, but those are my influences and that’s how it comes out.

Obviously you’re not an apologist of nowadays genres, sub-genres and sub-sub-genres …

Oh, I created my own genre called „Vintage Pop“!

Nice, I like it! And while we’re on the subject of like and dislike: I really do like Hopelessly Blue and I Don’t Know on your album. Do you have something like a favorite tune, too?

Thank you. My favorites keep changing every single time, but I love Hopelessly Blue. My friend Miles [Zuniga] wrote that song. We had one hour left in the studio – the session was already paid for, so we didn’t want to waste the time and that’s when we pulled out Hopelessly Blue. And I … I just love that song. I’m definitely going to record some more of Miles‘ songs on my next record.

Did he write Hopelessly Blue for you or did you do a cover version?

It was originally written for his solo records, but then he called me from the studio and said, I left it out because I hope that you would record it. And I didn’t think that I would get there, but in the last hour of the entire session I could finally say, oh good, we ca do it! And then I called Miles and told him that I did it, that we recorded it.

That’s amazing, because for me it’s the most touching song on the whole album, sad and heart-breaking just like a classic torch song … and that’s why I’m not sure whether to be glad about the mood-lifting and cheery Gershwin or to be a bit disappointed for it destroys the feel that Hopelessly Blue and the I Don’t Know reprise leave behind …

Well, I would have preferred the album to end with the I Don’t Know reprise, but Sony added S’Wonderful.

It actually feels like some sort of bonus track …

It is!

But though it’s not part of the actual album, I think I like the idea to dismiss the listener with this spirit-lifting song.

Of course, when you work with a team, you make some compromises and it’s all hopefully for your benefit, so it’s not how I designed the album, but I did record that song and it had to go somewhere, and I like the notion of a happy ending. I’m a romantic. And also an optimist. Regardless of how sad it’s getting and how incapable I seem to be, I always see the silver lining.

Did I get it right that only your album’s version for the European market comes up with this happy ending?

Yes, the American version ends with I Don’t Know. S’Wonderful is for Europe only – ’cause you are so special! You get an extra track! (laughter)

I heard about people putting an extra track on the vinyl version to animate the crowd to buy them …

I’m usually recording so many songs that in the end I have to take something off in order to release a record … I didn’t release this album as a vinyl, but my previous album I did, and it was a labor of love. I also released it as 180 gram audiophile vinyl pressing, but you know, it costs so much money doing it! But as soon as I will have the opportunity releasing my current album on vinyl, I will.

I think it would fit your music like a glove and I would definitely think about buying one!

Thank you.

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Moving towards the last question, there’s another very special song on it: I’m thinking of Long Way Home, a duet with Lyle Lovett. How did you get to know him and how did it feel to work with him on an song that you’ve written?

Huge honor! Massive honor! This is actually my first album to present my original music. My previous album was all covers. And it gives confidence to present my own songs. I wasn’t sure if they worked, but with every bit of participation from my band, from the listeners, my confidence grew. And to have Lyle want to come and sing that song with me was a great affirmation. He told me how much he enjoyed it in the studio what meant so much to me! He sought me out upon hearing my album and hearing me live …

Your previous album?

Take to the Sky, yeah. And he asked me to come to sing with him. In Austin we played a show for several thousand people, perhaps. At that time it was the most people I’ve ever played for! And … (whispers) I was so nervous!!! He ask me to sing Baby It’s Cold Outside, so we did it. And then, shortly after that, he asked me to go on tour with him and open for him, and every night we would sing Baby It’s Cold Outside. And then he asked me to record this song on his record, so … at that point I felt comfortable enough to ask him if he might record on mine. And he’s been a great friend and primarily mentor. He’s been such a great mentor to me, very generous with what he has.

Apart from him, do you have other heroes, maybe whom you have never met yet?

Oh, Tony Bennett! He really appreciates the song in the way that I do. Because the song – and the songwriters – is where my love of music really lies. It would make my whole life to meet him … and sing with him, maybe. And there’s tons of others. I had the chance to meet Eric Clapton. That was huge for me. I’ve become friendly with Willie Nelson, gotten to know him well. He’s very sweet and, again, another great songwriter! It doesn’t get any better than just meeting the people that I admire, that’s really my greatest aspiration.

Among your heroes – are there also women?

Oh, you’re right, everyone I mentioned is male. But I, I don’t‘ know, I’m almost more afraid to meet women, I don’t know why. Carly Simon – oh my Gosh! Barbra Streisand …

… Oh, I’ve just seen her show that she played here in Berlin a few days ago. Have you ever experienced her live?

No.

I think she’s seventy-one by now, and she has brought her son with her and her sister, she had a sixty man-strong orchestra, a big band, a huge choir … it was truly an overwhelming production.

Wow. She’s incredible.

Definitely! And she was playing a lot of songs from the American Songbook …

She knows the songs! And then, of course, Björk. She’s inspired me a lot.

Really? I don’t really seem to find access to her music …

I can understand. I’m more fascinated with her. Have you seen her MTV acoustic performance?

Unfortunately not.

If you can ever … I think you can watch in on YouTube, it’s MTV Unplugged …She has a crazy instrumentation and just beautiful arrangements of her songs. I love to see people that embrace their uniqueness. I still keep learning how to do it because that’s the thing I admire most in people. It could be in music, but anything and anyone in the world who has that is an inspiration.

I think to really accept your own uniqueness and not trying to be like others want you to be, you have to become thirty. The twenties are, especially for women, a time of great insecureness … It’s a long way.

Perhaps, and I’m turning thirty next year. People keep asking me if I become nervous on turning thirty, but – no! With every year it’s getting better. I don’t wanna go back.

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Way Down Low erscheint in Europa am 12. Juli 2013

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