8. März 2011

Emotionen auf Distanz und nette Metzger: Jazz-Sängerin Alexa Rodrian im Klangverführer-Portrait

Filed under: Klangblog — Schlagwörter: , , , — VSz | Klangverführer @ 17:30

Heute ist Frauentag. Um ganz genau zu sein: der 100. Weltfrauentag. Was ist da angemessener, als eine ganz besondere Frau zu würdigen, deren Stimme mich in den letzten Wochen begleitet hat: Jazz-Sängerin Alexa Rodrian.

Ich habe keine Ahnung, was mich an Rodrians Stimme so flasht. Es gibt eine Theorie, die behauptet, wir empfänden jene Musik als besonders angenehm, deren Rhythmus exakt unserem Herzschlag gleicht. Vielleicht ist es mit Stimmen genauso. Wir empfinden jene als besonders ansprechend, die unserem eigenen Stimmspektrum entsprechen. Beim (ebenso automatischen wie unbewussten) innerlichen Mitsingen verkrampft sich unsere Kehle nicht. Das wäre allerdings schade, denn dann wäre meine Begeisterung für die Rodrian eine rein private und ich könnte sie nicht mit Ihnen teilen. Nehmen wir also besser an, Alexa Rodrian hat etwas nicht näher Definierbares in ihrer Stimme, das jedem ihrer Hörer das Gefühl gibt, sie würde direkt zu ihm sprechen, ihn ganz persönlich meinen: Strummin‘ my pain with her fingers, singing my life with her words! Ob das nun eine Fähigkeit ist, die jeden guten Sänger auszeichnet – ähnlich wie der Blick des Profis ins Publikum, bei dem sich jeder Einzelne gemeint fühlt – oder es tatsächlich an etwas in mir selbst liegt, das mich so empfänglich macht für Alexa Rodrians Stimme – ich weiß es nicht. Fakt ist: Ich habe eine Liebesbeziehung zu dieser Stimme. Und die möchte ich heute mit Ihnen teilen.

 

Teil 1: Live im b-flat

Noch bevor ich ihren Namen kannte, ganz zu schweigen von ihrem künstlerischen Werk, lernte ich Alexa Rodrians Stimme kennen. Das war, als ich bei der Vorbereitung auf ein Konzert von trondheym auf deren CD Stay Tuned stieß und dort am Song Little House hängen blieb. Beiläufig erwähne ich meinen Höreindruck in der Konzertvorschau („Little House ist nicht nur eine fast klassische Jazznummer, sondern auch der absolute Höhepunkt des Albums, veredelt vom Scheiß-egal-Mezzo Alexa Rodrians – großartig! Die bringt gedanklich mal ganz lässig ihre Rivalin um die Ecke. Genial die Zeilen
I want my shoes back/I want them back in red/I want my shoes back/In red I want them back//I want my shoes back/I want them back in red/I want that neighbor’s wife/with a knife in her back.„), und promt flatterte mir eine Mail ins Postfach mit dem Betreff: „Der Scheiß-Egal-Mezzo wollte …“. Auweia, dachte ich, den Kopf abreißen wollte er mir wohl, wenn ich noch einmal so über ihn schriebe. Wer die Nachbarin so nonchalant meuchelt, der verspeist Musikkritiker doch noch vor dem zweiten Frühstück. Aber nix. Bedanken wollte er sich. So entstand ein netter E-Mailverkehr, der in einer Doppelverabredung gipfelte: Am 7. März sollte ich Alexa Rodrian live im b-flat erleben, und am 8. wollte sie mir in ihrer Friedenauer Wohnung Rede und Antwort stehen.

Und so sitzen bzw. liegen Kopfhörerhund und ich im b-flat und warten darauf, dass die Shared Night, zu der Rodrian geladen hatte, beginnt. Sympathischer Laden. Kopfhörerhund, der auf dem Weg hierher irgendeinen herumliegenden Wurstrest aufgelesen hat, bekommt ungefragt Wasser angeboten. Das am nicht-touristischen Ende der Rosenthaler Straße gelegene b-flat ist kein erweitertes Wohnzimmer wie das Zimmer 16 oder Sepp Maiers 2raumwohnung, vielmehr atmet es Jazz und Eleganz aus jeder Pore – dennoch lässt es sich hier vortrefflich und ungezwungen abhängen. Lange war ich nicht mehr hier. Das letzte Mal, wenn ich mich recht erinnere, habe ich hier Frau Kontrabass gesehen. Damals gab es noch nicht einmal den Klangblog. Und Kopfhörerhund war auch erst seit einem guten halben Jahr bei mir. Nichtsdestotrotz ist diese Ecke für mich persönlich seit jeher Synonym für gute Musik – schließlich hatte ich im Hof des alten b-flat vor fünfzehn Jahren durch einen DJ, der Isaak Hayes‘ Do Your Thing auflegte und mir dadurch die Welt des 60ies Funk-Soul eröffnete, ein musikalisches Schlüsselerlebnis; und nicht zuletzt bekam ich eine Straße weiter den ersten Gesangsunterricht meines Lebens, der diesen Namen auch verdiente. Rosenthaler Höhe am Weinberg = Jazz.

Fast eine Stunde nach angekündigtem Beginn kommt die Alexa Rodrian Band dann auf die Bühne. Besetzung heute: Frontfrau Alexa, ihr Mann Jens Fischer Rodrian an der Gitarre sowie Marco Bruckdorfer an den Geräuschen – hat sich der Percussionist heute doch für einen „Beatcase“ genannten Kofferbauchladen voller Geschnassel entschieden, sei es Plastiktüte oder Haribodose, die er da spielt. Als Alexa beginnt zu singen, denke ich, ah, diese Stimme gibt es tatsächlich auch in live. Ansonsten bin ich von dem Sound aber erst einmal irritiert – er ist knochentrocken ohne das kleinste bisschen Hall, und viele der filigranen Geräusche werden von den Wänden des b-flat einfach geschluckt. Die dritte Nummer ist gleichzeitig der erste Song, den ich vom Album All done and dusted kenne, welches er mit der a capella-Zeile Now she’s lying naked on the floor zeichensetzend eröffnet. In der Besetzung des heutigen Abends wird er noch weniger ein- und zugänglich. Erst ab dem sechsten Stück bin ich wieder geflasht. Ab jetzt wird der Abend cool: People besticht mit einer Hook, die im Ohr bleibt und einem gedämpften Trompetensolo ganz ohne gedämpfte Trompete, denn Instrumente imitieren kann Alexa Rodrian auch. Ihr Gatte spielt bei diesem Song erstmals erfolgreich an der Loopstation herum, der Sound wird voller und erreicht auch das Publikum. Auf der Bühne sei er nämlich die ganze Zeit über gut gewesen, erfahre ich später. Der siebte Song ist Eleanor Rigby, der mittlerweile wohl fast schon als Erkennungssong Rodrians dienen kann. Schließlich gab es hierfür begeisterte Kritiken. Heute Abend kommt er mit fast schon orientalisch anmutender Einlage und Handysolo daher. Es gibt immer noch Menschen, die ihre diversen elektronischen Gerätschaften vor einem Konzertbesuch nicht ausschalten. Vielleicht sollte man Handygarderoben am Eingang einführen. Das achte und letzte Lied der Alexa Rodrian Band für den Abend ist A Little Too Much, das sehr in Richtung des Fisher’s Song auf dem Album geht. Eine ganz persönliche und dennoch herrlich unkitschige Nummer.

Gerhard Schmitt entert mit seinen Schmittkeliedern und einer Besetzung, die ich mir für Alexa Rodrian gewünscht hätte (Es ist kein Geheimnis, dass ich bekennender Bassisten-Fan bin. Ein Bass bei Rodrian wäre schön gewesen.), die Bühne und zeigt seine Liedermacherseite mit Lagerfeuercharme. Für diejenigen, die ihn bisher nur vom trondheym’schen Elektro-Jazz kannten, erst einmal eine Überraschung. Die Bassklarinette gibt es zwar auch hier, diesmal grandios gespielt von Nik Leistle, und ihr Sound kribbelt das Kopfhörerhundetier auch hier zuverlässig am Bauch. Ansonsten aber haben die Lieder des formidablen Nicht-Sängers weder mit Jazz noch mit Electro etwas am Hut. Heute Abend gibt es vielmehr eine lustige Mischung aus Chanson Nouvelle, Liedermacher, Schlager und Kreuzfahrtschiffunter-haltungsdings zu hören, mit Texten à la „All die Begehrlichkeiten/Wimpern-tusche, Futterneid/Und wir sind mittendrin“. Schmittkes Stimme, die bei trondheym nur selten zum Einsatz kam, hier aber den Abend dominiert, erinnert mich ganz von ferne an Keimzeits Norbert Leisegang, und besonders der Titel Weise alte Dame könnte von seiner ganzen Attitüde her ohne Schwierigkeiten aus dem 1989er-Album Irrenhaus der Wenderocker entstammen. Schmittke fürchtet sich nicht vor „Die Liebe brennt mit rotem Feuer“-Kitsch, wird aber auch schlagartig mal „und wo wir uns am Ufer wälzten – wächst schon wieder Gras“-unglaublich poetisch. Sehr sehr lustig der Song für mich: „Für dich hab‘ ich genug gedichtet/hab‘ Phrasen vor dir aufgeschichtet/bis du nicht mehr zu sehen warst“ – wenn das mal nicht großartig ist! Ich weiß nicht, wie man das nennt, was Schmittke da treibt, aber es ist schon verdammt cooles Zeug. Und gerade bei der letzten Nummer (Verlieb dich) merkt man wieder, dass er ein ungeheuerliches Talent zum Groove hat. Vermutlich würde ich die Schmittkelieder im Gegensatz zu den trondheym-Songs nicht im heimischen Wohnzimmer hören wollen. Live aber sind sie ein Erlebnis.

Und dann, als ich gerade schon gehen wollte, gibt es noch einen Überraschungsgast. Ian Fisher heißt das schmächtige Männlein auf der Bühne. Optisch traut man dem die Klänge nicht zu, die er produziert. Das Loch in seiner Gitarre – und ich meine jetzt nicht das Klangloch – kündet allerdings schon davon, was noch kommen soll. Kopfhörerhund mag den extrem stahlsaitigen Klang nicht. Und auch ich muss erst einmal mit Fisher warm werden. Aber hey, verdammt, der ist gut! Macht da seinen Singersongwriterfolkrock, der einem trotz der höchst weltlichen Themen das Gefühl verleiht, recht eigentlich zutiefst religiöser Musik zu lauschen. Bei Ian Fisher schwingt unterschwellig immer ein an ihm verloren gegangener Kantor mit. Schließlich reißt ihm bei einer seiner musikalischen Gewaltorgien eine Saite, und der Abend ist beendet.

 

Teil 2: Dienstagsbrunch

Wenn man die Fischer-Rodrian’sche Wohnung im Süden Berlins betritt und dann auch noch eine der Töchter kennen lernt, weiß man: Hier leben Menschen, die etwas richtig gemacht haben. Das ist schön weil selten. Als wir ankommen, ist noch eine Filmemacherin da – die Rodrians bringen an ihrem Tisch gern Menschen zusammen. Und das funktioniert. Kopfhörerhund wird – „Oh mein Gott, ist die süß!“ – ausgiebig beschmust, ich selbst mit Antipasti friedlich gefüttert. Und dann kann es auch schon losgehen.


Rolldeckchen? Da. Faltnapf? Am Start. Für ausgiebiges Kraulen ist durch die Hausherrin auch gesorgt. Kopfhörerhund fühlt sich in Alexa Rodrians Wohnküche fast wie zu Hause.

 

Klangverführer: Im Prinzip kann ich mit Dir nur über deine erste CD sprechen, denn die neue ist ja noch nicht erschienen. All done and dusted, ist das eigentlich deine erste CD, kann man das so sagen?

Alexa Rodrian: Nein, das kann man nicht. Es ist die erste, die auf einem Label erschienen ist, bei NRW Records, und die erste, die dann endlich auch Anerkennung gefunden hat in der Presse, das ja …

Du hast eine Zusammenstellungen der Kritiken ja auch online gestellt. Gerade das Eleanor Rigby, zu dem ich mir gestern notiert habe, es sei mittlerweile so etwas wie dein Erkennungssong, hat bei den Kritikern großen Anklang gefunden …

Genau. Witzigerweise hat mir auch die Tochter von Stan Getz auf Myspace hinterlassen: „Wow, what an Eleanor Rigby rendition!“, also ganz süß – ist ja auch spannend, dass die Leute auf so etwas abfahren. Wir hatten davor eine CD gemacht, die hieß Blue Blood – ein sehr aufbauender Titel! – und da hatten wir eben noch kein Label gehabt – und da hat dann auch keiner was geschrieben.

Das heißt, ihr habt die im Eigenvertrieb heraus gebracht?

Genau.

Damals schon zu Internetzeiten, wo man sie selbst vertreiben konnte?

Ja, schon, aber wir haben nichts vertrieben … Wir waren immer faul. Wir haben dann Lou gekriegt – genau so alt ist die CD, zehn Jahre, und das hört man auch. Da ist auch gesanglich nichts, womit ich mich jetzt noch identifizieren kann, aber die Songs sind teilweise sehr schön. Wir sind sogar am überlegen, ob wir jetzt, quasi auf die dritte, noch einmal Songs von der ersten nehmen.

Aber eben so, wie du sie heute interpretieren würdest …

Genau. Ich bin eine ganz andere Sängerin geworden. Ich war damals so viel auf Gesang und Schöngesang und was man mir da alles so eingeredet hatte bedacht – alles ein bisschen theatralisch …

War Blue Blood auch so angelegt wie All done and dusted, als eine Mischung aus Coversongs und selbstgeschriebenen Liedern?

Ja. Das wird aber die nächste nicht mehr. Jetzt habe ich mich ausgecovert.

Nur Selbstgescbhriebenes also auf der Chocolate Chilli …

… Chocolate and Chilli Pepper – wenn’s dabei bleibt. Ich hatte für die All done and dusted auch mehrere Arbeitstitel, und am Schluss … Da war dann das zweite Kind da, und da war dann alles in Butter – „all done and dusted“ heißt im colloquial English ja „alles in Butter“, und dann dachte ich, so, jetzt ist alles in Butter …

… in trockenen Tüchern …

Genau. Ganz genau. Alles war in trockenen Tüchern. Und das Ziel ist jetzt, auf der neuen CD nur Selbstgeschriebenes zu haben. Wir haben sie eigentlich auch schon fast fertig geschrieben, also ich, in dem Fall, habe sie fast fertig geschrieben …

… Das sagtest du ja auch schon am Telefon: Dass du es kaum noch erwarten kannst, ins Studio zu gehen und sie endlich aufzunehmen! Aber noch einmal zurück zu All done and dusted. Ich finde, dass sich die Coversongs hier derart natürlich in die Neukompositionen integrieren, dass man gar nicht das Gefühl hat, dass es sich um Interpretationen handelt. Selbst der Beatles-Klassiker Eleanor Rigby ist mit einem Mal eben kein Beatles-Klassiker mehr, sondern ein Alexa Rodrian-Song. Ich habe das Gefühl, dass Du die Coversongs nach den Geschichten aussuchst, die sie erzählen – danach, ob sie zu den Geschichten passen, die du selber schreibst.

Genau. Der Text Eleanor Rigby von den Beatles ist der Song, der am besten zu meinen Texten passt. Zum Beispiel zum Song No Use. Ich habe ja viele Frauenlieder. Ich schreibe gerne für Überfrauen. No Use war inspiriert von einem Goya-Bild, dann allerdings auch schon verstrickt mit einer Geschichte, die auch persönlich ist, was ich aber nicht an die große Glocke hängen will. Der Titel von No Use kommt eigentlich von abuse. Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die offensichtlich vergewaltigt wurde im Feld, eines von Goyas Kriegsbildern … Und es heißt bei mir dazu eben „she was born in a different place“, da habe ich angenommen, sie sei vielleicht eine Prostituierte, und dann habe ich mit meinem persönlichen Umbau dieses Lied geschrieben, denn natürlich nenne ich kein Lied „Abuse“. Es war ein wirklich schwerer Text, und auch die Musik wurde sehr schwer, schwermütig, und ich habe zu Jens gesagt, du musst mir das jetzt irgendwie polkaesk hocharrangieren, damit es leichter wird. Und das hat dann ja auch super geklappt! Ursprünglich aber war dieser spezifische Song von den Akkorden her ein Lied, dass ich für Lou nach der Geburt geschrieben hatte. Das war mir dann aber zu persönlich, und dann habe ich die Akkorde genommen und einen neuen Text darüber geschrieben. Ursprünglich ging es um eine Geschichte, wie ich in den Kreißsaal gefahren wurde – ich hatte bei beiden Kindern einen Kaiserschnitt -, und das war auch eine schöne Geschichte, aber die war nichts für die Öffentlichkeit. Die war meine Geschichte.

Nichts, was du auf der CD sehen wolltest …

Genau. Ich wollte dann diese Geschichte, die mit dem Goya-Bild in Verbindung zu setzen ist, die aber auch sehr persönlich jemandem gewidmet ist. Und die Eleanor Rigby ist für mich eine mystische Frau. Ich weiß bis heute nicht, warum und weshalb sie entstanden ist. Ich habe mich auch nicht erkundigt, denn ich habe meine eigenen Gedanken zu ihr. Mich hat das Lied immer bewegt. Die steht da in der Kirche und die repräsentiert was Trauriges für mich. Ich fand sie toll und sagte zu Jens, ich will dazu Drum and Bass, und dann haben wir das Florian einspielen lasen – in einem Zug, da ist nichts geloopt! Das ist einer von den Blaumannschlagzeugern (Anmerkung Klangverführer: Rodrians Mann ist musikalischer Leiter der Blue Man Group), und der hat das so unglaublich gemacht – das ist einfach ein Hit, die Nummer! Der Typ hat ganz kurze, muskulöse Arme, kleine Hände: Hebelwirkung, schnell, drrrrrrt! Ich meine, Marco kann ja auch gut Schlagzeug spielen, aber der ist ja auf den Koffer umgestiegen …

Als ich mir dein Eleanor Rigby angehört habe, musste ich erst einmal das Beatles-Original wieder hervorkramen. Dabei bin ich auf eine Version von Ray Charles gestoßen …

Cool! Und die Esther Kaiser, meine Kollegin hier in Berlin, hat auch eine schöne Eleanor Rigby-Version gemacht, völlig unabhängig von mir, sehr jazzig und sehr schön arrangiert, ganz anders als bei mir!

Ich kenne sie eigentlich als Jazz Poetin …

Aber jetzt singt sie gerade deutsch. Wir haben uns befreundet, und das finde ich sehr schön: Sie ist die erste Sängerin, mit der ich in Berlin in Kontakt kam, und jetzt wohnt sie hier um die Ecke. Durch sie habe ich auch diesen Musikschulenjob in Potsdam gekriegt. Ich habe zu Esther eine gute Beziehung entwickelt, und erst dann habe ich von ihr diese Eleanor Rigby-Version gehört und habe mich sehr daran erfreut! Sie ist ruhiger als meine Version, elegischer aber sehr schön. Ich mag ihren Stimmsound sehr.

Ein Lied, das die Sängerinnen anzieht!

Ja, scheint mir so. Ich glaube, dass das ein Sängerinnen-Lied ist. Ich selbst bin immer von solchen Themen angezogen. Ich habe ganze Reihen, wo es nur um Frauen geht … Mother’s Day, mein Mutterlied von gestern … Das ist ja auch so entstanden. Als Coco geboren war, trug ich – wie immer – mein Lieblingsparfüm, und Jens meinte so süß besorgt, glaubst du nicht, das ist schädlich? Und ich musste innerlich so lachen und dachte so, Mann, das ist das Parfüm ihrer Mutter, das ist nicht schädlich! Und hab dann eben geschrieben: „If you can prove to me that human kind is stupid because mother’s wearing perfume …“ Das war natürlich jetzt nicht auf Jens gemünzt, sonder so allgemein – Mütter werden für vieles verantwortlich gemacht, für Kriege, für vieles! Es war ein sehr sehr verhaltenes Publikum gestern, es war gar nicht leicht gestern. Aber mir ist das mittlerweile nicht mehr so wichtig. Wir selber hatten für uns einen tierischen Spaß gehabt auf der Bühne. Allerdings war auch unser Mixboard abgerauscht, wir hatten ganz andere technische Voraussetzungen.

Ja, es war wie bei einem Akustik-Set – aber dafür war der Raumklang nicht gut genug. Es blieb wie unter einen Glocke, und deshalb habe ich auch ein bisschen gebraucht, um erst einmal Zugang zu finden zu euch … Schmittke stellte sich dann hin, und – woah, die waren sofort vollverstärkt auf den Punkt da. Was den Raum eben besser füllte, ich aber schade finde, denn ich halte das b-flat eigentlich für einen guten Akustikraum …

Ich bin da auch gerne. Aber im Haus ist der Sound wohl in der Tat nicht so grandios. Auf der Bühne selbst hatte ich einen fantastischen Sound gestern! Ich habe sonst ein anderes Mikrophon … mein neues favorisiertes Mikrophon, mit dem kann ich den Trompetesound besser reproduzieren … Ich hatte mir neulich mal das tolle Naumann-Ding ausprobiert, dieses Wahnsinnsteil, und da gibt es jetzt ein Äquivalent von Beyerdynamic, auch ein Kondensator, und das nimmt halt irrsinnig viel auf. Und wenn ich die Trompeten mache, die ich gestern nur sehr wenig gemacht habe, dann ist das unglaublich fein und erlaubt mir, diese ganzen Sounds zu machen, die ich so gerne mache! Und das konnte ich mit dem Shure gestern nicht so gut. Trotzdem hatte es einen besseren Sound als ich dachte.

Was hattest du da, ein SM 58?

Ja, den Klassiker. Unverwüstlich. Den kannste auf den Boden schmeißen …

 

Rodrians 10-jährige Tochter Lou kommt in die Wohnküche und verkündet, dass der Zupfkuchen aus der LPG nicht mehr so gut wie früher schmecke. Ob man den Bäcker gewechselt habe? Ich verspreche, darüber zu schreiben. Also: Liebe LPG-ler, falls das hier einer von euch liest – bitte den Zupfkuchen wieder so machen, wie er bisher war! Danke.

Lass uns zurück zu deinen Liedern kommen. Warum schreibst du auf Englisch?

Das ist meine Sprache.

Deine Muttersprache?

Nein. Aber stell dir vor, du gehst nach Amerika und wirst Schreiner und lernst alles auf Englisch. Dann kommst du nach Deutschland zurück und weißt nicht mehr, was Schraube heißt. Und ich habe in Amerika Musik gelernt, und überhaupt erst dort angefangen, Lieder zu schreiben.

Aber du schreibst ja nicht über Musik – du schreibst über Emotionen!

Ja, das stimmt. Die Emotionen sind Muttersprache, das ist ganz klar. Meine Kinder konnte ich nicht zwei-sprachig erziehen. Also meine Lou wurde mir in den Arm gelegt und ich hätte nie gesagt, „sweet little pumpkin!“ Aber Geschichten erzählen kann ich irrsinnig gut in Englisch. Auch weil ich zu meinen Emotionen Distanz brauche – schließlich will ich Geschichten erzählen und nicht mein Leben! Die Geschichten haben natürlich alle etwas mit mir zu tun. Aber sie können auch neutral belichtet werden. Zudem hat Englisch einen Fundus an Worten, den hat das Deutsche nicht. Es ist eine wunderschön „metapheröse“ Sprache. Außerdem liebe ich Amerika! Das klingt ganz komisch, denn ich hasse die Politik – aber ich liebe dieses Land!

Was denn daran genau?

Sartre hat mal gesagt, in Paris – und ich liebe auch Paris, ich habe auch in Paris gelebt – in Paris also gehst du von einem Platz zum anderen, es endet immer irgendwo. In New York gehst du am Broadway los und endest in Boston. Ich liebe diese Weite! Und ich muss schon sagen, dieser Ian Fisher, dieser wahnsinnig intensive Typ von gestern (Anmerkung Klangverführer: Ian Fisher) … der hat etwas von „urban Americans“ gesagt. Und das ist es; ich liebe die städtischen Amerikaner. Aber ich habe auch ländliche kennengelernt, die ich liebe … Ich glaube, es gibt da doch noch eine Nummer, die ich covern will, nämlich I’m a Creep. Und dann habe ich gedacht, kann ich wirklich „I’m a creep“ singen? Und dann habe ich weiter gedacht, ja, denn ich bin immer schon irrwitzig extrovertiert gewesen – ich war immer ein Außenseiter in Deutschland, gerade in Bayern, gewesen. Überall bin ich rein, hallo, hab mit allen geredet. Und in Amerika gehe ich in den Supermarkt, hello, how you’re doing?, und kriege eine Antwort, und keiner guckt komisch! Und ich liebe das! Ich will mit meinem Metzger keine tiefschürfenden Gespräche haben, aber diese quality of daily life. Die Deutschen würden dann etwas von wegen oberflächlich sagen, nach dem Motto, die interessieren sich ja gar nicht wirklich für dich. Ja natürlich interessiert sich mein Metzger nicht wirklich für mich. Aber er ist nett. In New York wirst du nicht einsam. Du bist eingebunden. Du gehst zum Friseur, wenn es dich langweilt, und redest mit ihm über das Leben. Und das mochte ich. Auch die amerikanischen Jazz-Musiker, von denen habe ich unglaublich viel über das Offensein gelernt. Nicht urteilend sein, sondern großzügig. Ich wäre nicht die Lehrerin, die ich heute bin, wenn ich nicht von diesen Menschen gelehrt worden wäre, sondern von den damals noch echt bitteren, grummeligen deutschen Jazzern. Huh! Ich war ja auch nie so ein Typ! Ich bin immer schick auf die Bühne gegangen, und in Amerika wird das geschätzt. Die Jungs aus Harlem, die gehen da mit ihren schicken Hosen und Wässerchen und so auf die Bühne, und dann wird freundlich gequatscht und, ja klar, kommen fünftausend und sagen, oh you sound great, und du weißt, dass es nur ein halber von denen so meint, aber das ist völlig wurscht! Auch die Sängerinnen untereinander … Oder ein Amerikaner kommt in deine Wohnung und sagt, wow, great apartment. Ein Deutscher kommt in deine Wohnung und fragt, was zahlst’n für die Hütte? Oder so eine andere sehr deutsche Frage: Hat es sich für dich überhaupt gelohnt, nach Amerika zu gehen? Hast du da denn jetzt Karriere gemacht? Nee, ich bin auch nicht nach Amerika gegangen – ich war siebenundzwanzig, ich war ja kein Hühnchen mehr – um Karriere zu machen. Ich bin dahin gegangen um mich solide ausbilden zu lassen und um dieser Musik Ehre zu erweisen. Ich bin ein dedicated Jazz fan, ich liebe diese Musik, und ich hatte Sheila Jordan und Buster Williams und somit echt Glück mit meinen Lehrern, ich bin gefördert worden mit sehr viel Herz! Sheila bin ich ja ein bisschen abgesprungen, als ich in die Songwriting-Richtung ging, und ich habe auch einen Wehrmutstropfen in ihrem Herzen gesehen, als ich ihr meine erste CD vorspielte. Irgendwann nämlich ist sie nach dem Unterricht mit mir Kaffee trinken gegangen, und dann meinte sie zu mir, Alexa, I have to tell you, you know what you have to do? Und ich so, No, I don’t know. Und sie: You’re born for this music, you have to sing Jazz! Von Sheila Jordan so etwas zu hören, das war natürlich wie: Soll ich jetzt weinen? Dann aber musste ich meine eigene Stimme finden – nur hätte sie es sicherlich gern gehabt, dass ich dem Bebop und dem Jazz ein bisschen treuer bleibe.

Aber du singst Jazz!

Also, darüber streiten sich die Geister!

 

Lou unterbricht uns erneut kurz, und als Rodrian den Faden wieder aufnimmt,
ist ihr Fazit:
Also, ich bin ja schon ganz eindeutig Jazz-Sängerin und Mutter.

Geht das Hand in Hand? Hat das Muttersein Auswirkungen auf dein Künstlertum?

Ja – ja, ach Gott! Dieses Kind war geboren und die Prioritäten haben sich von einer Sekunde auf die andere verschoben. Es war noch schwieriger bei ihr, denn damals dachte ich, ich muss ja Karriere machen und so. Es wurde leichter beim zweiten. Meine Freundin hat das auch immer gesagt, dann bist du noch eindeutiger Mutter. Dann hast du zwei. Aber schon sie war das Glück, und das zweite … absolut. Und deswegen bin ich … vielleicht wird die Karriere noch ein bisschen größer, aber ich bin zufrieden. Ich habe so viel Glück gehabt mit dieser Familie, das wollte ich immer, das war meine Priorität. Ich wollte eine gute Familie und auch eine gute Ehe. Die Musik wird dadurch immer ruhiger. Das letzte Lied, das ich gestern gesungen habe, A Little Too Much, ist ja auch für die Mädels. Es ist das erste Lied, in dem ich so direkt über mich singe, das habe ich mich auch nicht getraut früher, das fand ich immer affig. I am what I am, was ist denn das für ein blöder Satz, hätte ich früher gesagt. Aber das finde ich jetzt gar nicht mehr.

Du sagst, das war das erste persönliche Lied – mich hat es allerdings an den Fisher’s Song auf deiner CD erinnert …

Ja, die intensivsten Lieder sind dann halt so! Der Fisher’s Song ist allerdings wirklich nur für Jens.

Das unkitschigste Liebeslied, das ich je gehört habe – und eines der schönsten!

Fisher’s Song? Ja, ich mag den auch sehr. Und es freut mich, dass du den magst. Es ist auch eine tolle Geschichte, denn ich habe diesen Song seinem besten Freund vorgestellt, das ist Gerd Baumann, ein wunderbarer deutscher Komponist, der 2005 für den deutschen Filmpreis für die Musik von Wer früher stirbt ist länger tot nominiert wurde, und ich komme da hin mit meinem kleinen Zettel und sage, Gerd, das musst du jetzt mit mir aufnehmen! Es war wirklich mein erster ausgeschriebener Nur-Ich-Song – für IHN, da durfte kein Akkord von IHM sein, das war ja klar; und dann kommt Gerd mit seinem kritischen Blick und meint, da stimmt doch was nicht, und ich war vollkommen nervös – ich meine, er ist ein Komponist, und ich komme da mit meinem kleinen Song an … Und dann habe ich all meinen Mut zusammengenommen und gesagt, doch Gerd, das stimmt so, und dann fing er an, es auf der Gitarre zu spielen und sagte, sing mal, und ich habe den Song gesungen – danach war er ganz still. Und dann schaut er mich so an und sagt, wow, was für ein Song! Und ich denke, toll, er mag’s! Das war echt so wie, puh, Meisterprüfung bestanden! Ich werde den Song auch wieder live spielen, er ist jetzt nur aus dem Programm gefallen wegen des anderen Liedes, A Little Too Much und Fisher’s Song zusammen, das würde …

… das Publikum ganz schön schlauchen …

Genau. Und Little Too Much ist ja deswegen entstanden, weil der Marco neulich mit mir an einem Tisch saß und mir von einer Kollegin erzählte, die es ihm ein bisschen schwer gemacht hat, weil sie nicht genug mit ihm redete, damit konnte er nicht gut umgehen. Und während wir miteinander sprachen, schaute er mich so an und meinte, weißt du, Alexa, du redest immer ein bisschen zu viel. Und dann bekam er ganz große braune Rehaugen – er ist ja so sensibel, er wollte mir nicht weh tun, sondern mit eigentlich ein Kompliment machen nach dem Motto, du lässt mich nicht auf der Strecke verhungern … Ich habe ihn so ein bisschen zappeln lassen und meinte nur, ja, stimmt, und er: du weißt, wie ich das meine. Und so ist Little Too Much entstanden, und gewidmet habe ich es meinen Mädels.

Was sagen die dazu, verstehen die das schon?

Lou hat eine ganz starke Beziehung zu mir als Sängerin, die Coco sagt immer: hör auf – das ist aber auch total in Ordnung! Lou hat man mir im Kreißsaal, während man mir den Kaiserschnitt schloss, in die Arme gelegt, und dieses Kind schaute mich mit diesen braunen Augen von Anfang an so an … und ich war völlig – ich weiß nicht, was ich war, wie man dann eben so ist, und dann – sang ich: „Sweet little dolphin/when do you finally see/that you belong to me“. Wenn ich ihr dieses Lied singe, schläft sie in einer Sekunde, und wir singen es bis heute noch nach dem Baden – und jetzt möchte die Coco auch. Ich bin ja sowieso die Delphin-Dame, weil ich diesen Delphin hatte, der mich ins Meer ziehen wollte. Das ist eine wahre Geschichte. Mein Vater hatte mir, kurz bevor er starb, einen riesigen Plastikdelphin geschenkt, und du weißt ja, wie Kinder sind! Ich war fünf und er starb – und was mir blieb, war ein Delphin. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich wollte dann immer mit Delphinen schwimmen gehen. Und dann war ich ein paar Jährchen älter, und da kam einer und wollte mit mir schwimmen, nämlich bei den Liparischen Inseln. Da sind wir mit einem Segelboot gewesen, und im Nachhinein habe ich erfahren, dieser Delphin wollte wirklich mit mir spielen! Die suchen sich nämlich oftmals Kinder oder junge Frauen, ich war damals einundzwanzig, zwischen jungem Mädchen und Frau, und er gab mir Signale. Ich saß vorne auf dem Netz, und er schwamm seitlich und gab mir ein eindeutiges Signal, aber ich durfte nicht springen! Das wäre natürlich der Traum meines Lebens gewesen. Und er kam dann zurück mit zwei Freunden und hat für uns getanzt: Jetzt zeig ich dir, dass ich auch ohne dich spielen kann. Jens hat mir zu meinem Dreißigsten Schwimmen mit Delphinen geschenkt, nur haben wir es bis heute nicht geschafft. Aber es kommt noch! Irgendwann werde ich mit den Mädels … nur in der Freiheit, natürlich. Ich will keinen Delphin im Becken. Ich will nur bei Key West oder so mit dem Boot raus, gucken ob sie kommen oder nicht. Wenn sie kommen – gut …

Wenn nicht …

… auch gut.

Dann eben das nächste Mal.

Oder im nächsten Leben, whatever.

 

Teil 3: Rückblick: All Done And Dusted

Es ist mittlerweile zweieinhalb Jahre her, seit ich mich zuletzt darüber echauffierte, dass zunehmend mehr Labels, allen voran die Majors, die sogenannte „physische Bemusterung“ von Journalisten mit ihren Tonträgern eingestellt haben. Stattdessen darf der willige Schreiberling die Neuerscheinungen in dubiosen Online-Portalen hören und sich passende Bilder und Pressetexte herunterladen. Ein vernünftiges Arbeiten, bei dem man die Tracks hoch und runter hört, auch mal eine Stelle zurückspult und erneut abspielt und in den Tiefen des Booklets auf der Suche nach interessanten Liner Notes ist – all dies gehört der Vergangenheit an. Es liegt auf der Hand, dass dieses Vorgehen den Plattenfirmen zwar oberflächlich betrachtet zunächst Geld spart. Da es den Musikjournalisten aber die Arbeit nicht nur immens erschwert, sondern teil unmöglich macht, muss man sich nicht wundern, wenn auch der sanftmütigste Schreiber die Neuerscheinungen dieser Labels zukünftig ignoriert. Wie viele meiner Kollegen habe auch ich mittlerweile die Konsequenzen gezogen: Kein Material für mich, kein Artikel für Euch. Das ist natürlich schade, denn letztlich müssen die Künstler unter der verfehlten PR-Strategie ihres Labels leiden. Es sei denn, sie werden selbst aktiv. Auf diese Weise gelangte ich den Besitz eines ganz besonderen Schatzes. Die Rede ist von Rodrians 2008 auf NRW Records erschienenem Album All done and dusted.

Als ich es erstmals anspielte, glaubte ich mich beim Einsetzen der Gitarre auf dem ersten Track kurz an Cassandra Wilsons Redbone erinnert. Aber weit gefehlt, denn tatsächlich war hier die Stimme zu hören, die ich schon auf trondheyms Stay Tuned bewundert hatte und in ihrer unvergleichlich lässigen Art das sang, was die Sängerin selbst als „ihre Musikgeschichten“ bezeichnet. All done and dusted besticht durch eine Mischung aus Eigenkompositionen und schlau ausgewählten Coversongs, die in erster Linie durch die Geschichten, die sie erzählen, verbunden werden. Die Beatles-Nummer Eleanor Rigby findet man hier völlig gleichberechtigt neben Tom Waits‘ Shiver Me Timbers oder dem Bill-Withers-Klassiker Ain’t No Sunshine, aber auch eine Version von Hänschen Klein bzw. in diesem Falle Little John. Einer der wohl coolsten Tracks des Albums aber ist eine Komposition von Gerd Baumann, zu der Alexa Rodrian den Text beisteuerte: Lose. Große Klasse auch das Latin-angehauchte Pearl mit stilecht gerolltem R im Refrain. Müsste ich einen Lieblingssong aus dem Album benennen – es würde mir schwer fallen! Vermutlich aber fiele meine Wahl auf He’s Writing Again, die als funk-rockigste Nummer des Albums wie nur irgendwas groovt und in deren Text sich vermutlich jeder Schreiber wieder erkennt: „painfully the words don’t flow/painfully they come and or go/right or wrong much sense or none/painfully he will eventually spit them out/he is writing again …“ Oder es wäre Fisher’s Song, wohl eines der schönsten, weil gänzlich unprätentiösen Liebeslieder überhaupt. Ein Song für den eigenen Mann – das kann schnell in Kitsch ausarten. Ist hier aber nicht passiert, im Gegenteil. Toll.

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